Buch des Monats

CEES NOOTEBOOM – „VENEDIG – FLUIDE STADT“

„[…] »Venezianer sind Städter mit Wellengang, Wassermenschen, Bewohner einer fluiden, amphibischen Stadt.« 1982 schreibt Cees Nooteboom erstmals einen längeren Text über Venedig, und seitdem lässt ihn diese Stadt der Löwen, der Steine und des Wassers nicht mehr los. Im Frühjahr dieses Jahres hat er wieder einige Zeit dort verbracht, und seine Erlebnisse finden ihren Niederschlag in seinem jüngsten Buch Venedig – Fluide Stadt. In Venedig, stellt Nooteboom einmal mehr fest, »ist es nicht schwer, sich zu verirren«. Gemeinsam mit seiner Frau, der Fotografin Simone Sassen, lässt er sich auf dieses Abenteuer ein, und so entdecken sie beide immer wieder aufs Neue ihre ganz eigene Lagunenstadt. Vor den allgegenwärtigen Touristenheeren finden sie Unterschlupf in stillen Kirchen und schmalen Gassen ebenso wie in dem angemieteten Apartment, dessen geheimnisvolle Nachbarn sie vor Rätsel stellen. Sie unternehmen Streifzüge in die Vergangenheit der Stadt, die über tausend Jahre lang praktisch uneinnehmbar war und um die Dogen und Päpste leidenschaftlich gekämpft haben. Sie lassen sich betören von den Kostbarkeiten in den Museen. Und sie verfolgen das Schauspiel, das die Gondolieri bieten, wenn sie ihre Fahrgäste sicher und routiniert ans Ufer befördern und dabei mit eleganter Handbewegung auf den Hut deuten, in dem das Trinkgeld abzulegen ist. Erst beim zehnten Venedig-Besuch übrigens hat Cees Nooteboom sich getraut: selbst in eine Gondel zu steigen. Ein leidenschaftlicher, undogmatischer Reisender ist er immer gewesen, und seine unvoreingenommene Neugier und Entdeckerlust zeichnen auch Venedig – Fluide Stadt aus. In Cees Nootebooms Worten, von Helga van Beuningen gewohnt vorzüglich ins Deutsche übertragen, und den Fotos von Simone Sassen ist eine der schönsten Städte der Welt neu zu entdecken.“
Julia Ketterer: „Reisen ist etwas, das man lernen muss. Ein großer Autor und Reisender in Venedig“
Aus dem neuen 5-Plus Magazin, das im Oktober 2017 erscheinen wird

Cees Nooteboom, geboren 1933 in Den Haag, lebt in Amsterdam und auf Menorca. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2010 und dem Prijs der Nederlandse Letteren 2009. Im Suhrkamp Verlag erschienen zuletzt Band 10 seiner Gesammelten Werke (2017), 533 Tage. Berichte von der Insel (2016) und der Gedichtband Licht überall (2013).

Simone Sassen, geboren 1952 in Roermond, arbeitete nach dem Studium der Geschichte im Museum Amstelkring in Amsterdam. Seit 1982 bereist sie als Fotografin zusammen mit Cees Nooteboom die Welt. Sie stellte u. a. in Rotterdam und Bukarest (Goethe Institut, 1991), Madrid (Círculo de Bellas Artes, 2005/2006), Berlin (Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, 2008) und Ljubljana (Galerija Fotografija, 2016) aus. Zuletzt veröffentlichte sie, gemeinsam mit Cees Nooteboom, Tumbas (2007), Ultima Thule (2008) und Saigoku (2013).

Helga van Breuningen ist die Übersetzerin u. a. von A. F. Th. Van der Heijden, Marcel Möring, Magriet de Moor und Cees Nooteboom und wurde für ihr Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Martinus-Nijhoff-Preis, dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, dem Helmut-M.-Braem-Preis und dem Else-Otten-Preis.

Mit Fotografien von Simone Sassen. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen
Edition 5Plus, 75 Seiten, gebunden, € 16,80

Das Buch in bibliophiler Ausstattung ist in handnummerierter und limitierter Auflage ausschließlich in den 5plus-Buchhandlungen erhältlich.

Buchtipps | Sommer 2017

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