Buch des Monats

J.L. CARR – EIN MONAT AUF DEM LAND

J.L. Carr (1912-1994) erzählt eine berührende und kluge Geschichte von bestechender Eleganz und Einfachheit. Im Jahr 1920 reist der junge Restaurator Tom Birkin in ein abgelegenes Dorf in Yorkshire, um in der Kirche ein übermaltes mittelalterliches Fresko freizulegen. Eine gescheiterte Ehe hinter sich lassend und traumatisiert von den Schrecken des Krieges, ist er froh über diese Arbeit. Der Pfarrer ist nicht begeistert von dem Auftrag, doch die Wiederherstellung des Gemäldes ist eine testamentarische Bedingung, um in den Genuss einer Erbschaft an die Kirche zu kommen. Tom richtet sich mit seinen wenigen Habseligkeiten in der Glockenkammer des Kirchturms ein. Der Erzähler erinnert sich an einen wunderbaren Sommer, an seine Freundschaft mit dem Archäologen Charles Moon, der ebenfalls einen Testament Auftrag zu erfüllen hat, an die Freude, als er erkennt, auf ein großartiges Meisterwerk gestoßen zu sein, an die Beziehungen zu den Dorfbewohnern die ihn in ihre kleine Gemeinschaft aufnehmen. Tom Birkin spürt, wie seine beschädigte Seele sich zu erholen beginnt. Es liegt eine ruhige und genau beobachtete Stimmung über dieser Geschichte, die mit einer nach Sommer, Kiefern und Wiesen duftenden Leichtigkeit erzählt wird. Ein moderner Klassiker der englischen Literatur, der für den deutschen Leser eine wunderbare Entdeckung ist.
Barbara Klefisch

J. L. Carr wurde 1912 in der Grafschaft Yorkshire geboren und starb 1994 an Leukämie. Nachdem er jahrelang als Lehrer gearbeitet hatte, gründete er 1966 einen eigenen Verlag und verfasste acht Romane. Ein Monat auf dem Land ist Carrs bekanntestes Werk und war 1980 für den Booker-Preis nominiert. Bei DuMont erscheint es nun erstmals auf Deutsch.

Aus dem Englischen von Monika Köpfer
DuMont, 144 Seiten, € 18,-
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