Buch des Monats

ELVIRA DONES – HANA

Hana Doda wird Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in den Bergen Albaniens geboren. Als sie zehn Jahre alt ist sterben ihre Eltern bei einem Busunglück. Fortan wächst sie bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf. Als junge Erwachsene zieht Hana in die Hauptstadt Tirana, studiert Literatur, kehrt jedoch bald wieder in ihr Bergdorf zurück, um sich um ihren im Sterben liegenden Onkel zu kümmern. Nach seinem Tod kann Hana nicht zurück an die Uni, aber als alleinstehende Frau kann sie auch nicht in ihrem albanischen Heimatdorf leben. Da sie es ablehnt, die von ihrem Onkel vereinbarte Ehe einzugehen, bleibt ihr keine andere Wahl, als nach dem alten albanischen Ehrenkodex Kanun den Schwur der ewigen Jungfräulichkeit zu leisten und fortan als Mann weiter zu leben. Sie wird zu Mark Doda, einem Kette rauchenden, trinkenden und schwer arbeitenden Kerl. Ihre Cousine, die in den USA lebt, bittet Hana mehrfach zu ihr in die Staaten zu kommen, um dort ein neues Leben als Frau zu beginnen. Endlich nach vielen Jahren kommt Hana dieser Bitte nach. Doch kann sie ihre alte Identität als Mann so einfach abschütteln?
Hana ist ein wunderbares Buch, welches von den ersten Seiten an berührt. Es begeistert mit seiner feinen Sprache, der außergewöhnlichen Geschichte und den liebenswürdigen Figuren.

Elvira Dones
ist eine schweizerisch-amerikanische Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin albanischer Herkunft. Nach sieben Romanen in ihrer Muttersprache hat sie die zwei aktuellsten in ihrer adoptierten Sprache Italienisch geschrieben: Vergine giurata (2007, Dt. Hana) und Piccola guerra perfetta (2011). Ihre Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt.

Aus dem Italienischen übertragen von Adrian Giacomelli
Mit einem Nachwort von Ismail Kadare
Ink Press , 252 Seiten, € 19,-

Buchtipps | Winter 2016

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