VERANSTALTUNGEN

Die PLURIVERSALE geht in ihre fünfte Saison. In Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Performances präsentiert die Akademie der Künste der Welt ein sorgfältig kuratiertes Programm mit internationalen Künstlern rund um die Themen Flucht, Migration und Gewalt.
www.academycologne.org

PIERSANDRO PALLAVICINI – ATOMIC DANDY


Datum: Donnerstag, 14. September um 19.30 Uhr
Ort: Buchhandlung
Moderation: Reinhold Joppich
Deutscher Text: N.N.
Eintritt: 10,-€ / 8,-€

Professor Nuvolani, Kopf einer Forschungsgruppe der IT-Branche, steht kurz vor einer revolutionären Entdeckung: einem ultraschnellen Computer, der mittels Molekularchips funktioniert.
Atomic Dandy spannt den zeitlichen Bogen vom Tschernobyl-Gau, dem Libyen-Krieg, dem Referendum gegen Atomkraft und der AIDS-Hysterie bis in die Gegenwart. Erzählt wird das Heranreifen eines Studenten zum brillanten Professor und Ekel, dessen Privatleben zwischen Ehe, Homosexualität, Cocktailpartys und libertinen Orgien verläuft. Bis ihn plötzlich seine Frau verlässt, seine afrikanischen Liebhaber ihn bestehlen und die Aussichten auf den wissenschaftlichen Durchbruch verpuffen. Doch dann tritt eine überraschende Wendung ein… Unkorrekt, sarkastisch, ein großes Vergnügen.

Piersandro Pallavicini,
geboren 1962 in Vigevano, lebt in Pavia, Lombardei / Italien. Universitätsprofessor für Chemie an der Universität Pavia. Er schreibt regelmäßig Beiträge für Zeitschriften, Comics, Rock- und Heavy-Metal-Magazine und Rezensionen für die Literaturbeilage TuttoLibri von La Stampa. Seine Bücher sind in Italien große Erfolge.

(© Autoren-Foto: Alessandro Levati)

 

ANDREAS PFLÜGER – NIEMALS


Datum: Dienstag, 27. September um 20 Uhr
Ort: Sancta Clara-Keller (Am Römerturm 3, 50667 Köln)
Moderation: Margarete von Schwarzkopf
Eintritt: VVK 14 €, Abendkasse 16 € (Achtung: Kartenvorverkauf nur über kölnticket!)

Die blinde Polizistin Jenny Aaron ist nach den schlimmsten zweiunddreißig Stunden ihres Lebens nur knapp dem Tod entkommen und sucht Zuflucht bei ihrem väterlichen Freund in Schweden. Aaron weiß nicht, welchen Weg sie einschlagen soll: Sie hat das Angebot, wieder der Abteilung beizutreten, der geheimen Sondereinheit, der sie vor ihrer Erblindung angehörte. Aber um welchen Preis? Sie klammert sich an die Hoffnung, wieder sehen zu können – ohne zu wissen, ob es ein Traum bleiben wird. Da erreicht Aaron eine Nachricht, die all ihre Zukunftspläne zertrümmert: Ihr Todfeind hat ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen – hinter dem sich ein grausames Geheimnis verbirgt. Um Gewissheit zu erlangen, muss sie nach Marrakesch. Dort bricht die Hölle los…
Nach Endgültig schickt Andreas Pflüger seine Heldin Jenny Aaron in einem neuen atemberaubenden Thriller um die halbe Welt und zwingt sie, sich ihrer größten Angst zu stellen. Alles, was ihr je etwas bedeutet hat – die Beziehung zu ihrem Vater, der unerschütterliche Glaube an die Freundschaft und die Loyalität zur Abteilung –, wird gnadenlos in Frage gestellt.

Andreas Pflüger
wurde 1957 in Thüringen geboren, wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Er ist einer der renommiertesten deutschen Drehbuchautoren. Zu seinen mehrfach ausgezeichneten Arbeiten zählen u. a. Der neunte Tag und Strajk, in der Regie von Volker Schlöndorff, sowie über zwanzig Tatorte.

Eine Veranstaltung der Crime Cologne und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Stefan Klüter / Suhrkamp Verlag)

 

ANNA THALBACH LIEST EDGAR ALLAN POE



Datum: Freitag, 29. September um 20 Uhr
Ort: Sancta-Clara-Keller (Am Römerturm 3, 50667 Köln)
Moderation: Antje Deistler
Experte: Andreas Nohl
Eintritt: VVK 14 €, Abendkasse 16 € (Achtung: Kartenvorverkauf nur über kölnticket!)

Edgar Allan Poes Werk war von Anfang an eine Provokation. Vom puritanischen Amerika verachtet und schließlich vergessen, war es Charles Baudelaire, der Poes Œuvre in fünf Bänden übersetzte und kommentierte und ihm so posthum zu Weltruhm verhalf. Poe, der als eigenwilligste und faszinierendste Dichterpersönlichkeit im Amerika des 19. Jahrhunderts gilt, verbindet in seinen Geschichten das Phantastische und Realistische, das Groteske und Grauenvolle, das Makabre und Kriminalistische auf unvergleichliche Weise.
Die Schauspielerin Anna Thalbach leiht Poe ihre Stimme und erzählt seine Detektivgeschichten und Grotesken, zeichnet seine visionären Traumbilder nach. Der Übersetzer Andreas Nohl hat Baudelaires Poe-Ausgabe kongenial ins Deutsche übertragen, in einer leichten, modernen Sprache, die die Aktualität Poes auch im 21. Jahrhundert spüren lässt. Im atmosphärischen Gewölbe des Sancta-Clara-Kellers gehen sie gemeinsam mit Antje Deistler den Ursprüngen der modernen Kriminalliteratur – und denen der literarischen Moderne überhaupt – auf den Grund.

Edgar Allan Poe, geboren 1809 in Boston als Sohn von Schauspielern, gilt als eigenwilligste und faszinierendste Dichterpersönlichkeit im Amerika des 19. Jahrhunderts. Sein kurzes, aber bewegtes Leben, das 1849 in Baltimore unter geheimnisvollen Umständen ein Ende fand, wurde schon bald zur Legende.

Eine Veranstaltung der Crime Cologne und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto Thalbach: Oliver Wia, Autoren-Foto Nohl: Helmut Hien)

 

DEBORAH FELDMAN – UNORTHODOX



Datum: Mittwoch, 4. Oktober um 19.30 Uhr
Ort: Aula der Königin-Luise-Schule, Alte Wallgasse 10, 50672 Köln
Moderation: Christian Ruzicska
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Am Tag seines Erscheinens führte der Titel Unorthodox schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. Die amerikanische Presse erklärte diesen Erfolg von Deborah Feldmans Bericht so: Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.
In der chassidischen Satmar Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Die Satmarer, wie sie sich seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg nennen, sehen im Holocaust eine von Gott verhängte Strafe. Um eine Wiederholung der Shoa zu vermeiden, führen sie ein abgeschirmtes Leben nach strengen Vorschriften. Sexualität ist ein Tabu, Ehen werden arrangiert, im Alltag wird Jiddisch gesprochen, Englisch gilt als verbotene, unreine Sprache. Nach Schätzungen zählt die Gemeinde heute 120.000 Mitglieder, denen sie ein Netz an Sicherheit gewährt – ohne jegliche Freiheit. Deborah Feldman hat schon als Kind Anstoß an der strikten Unterwerfung unter die vom Gründungsrabbiner der Sekte aufgestellten Lebensgesetze genommen, an der Ausgrenzung, der ärmlichen Lebensweise und der Unterordnung der Frau. Ihr Gerechtigkeitsempfinden und ihr Wissenshunger haben sie – verstärkt durch verbotene Literatur – angetrieben, ihren Alltag zu hinterfragen. Stets hat sie Angst, entdeckt und bestraft zu werden und ihren einzigen Ausweg aus der Enge ihrer Welt zu verlieren. Unorthodox führt in die einzigartige Welt von Kindheitserlebnissen, die voller Unschuld scheinen und Einblick geben in alte jüdische Traditionen. Sie führt uns bis an die Grenze des Erträglichen, wenn sie ihre Zwangsehe schildert, und sie lässt uns nachempfinden, wie sie Mut und Kraft zum Auszug aus der Gemeinde findet – um mit ihren Sohn in eine ihr völlig unbekannte Welt in New York zu ziehen.
Unorthodox ist eine meisterhafte Schilderung des Emanzipationsprozesses einer jungen Frau aus tiefer Einsamkeit und Angst hin zu einem einzigen Punkt: dem eigenen Denken und Fühlen.

Deborah Feldman, geboren 1986, wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Ihre autobiographische Erzählung Unorthodox erschien 2012 bei Simon & Schuster und war auf Anhieb ein spektakulärer New York Times-Bestseller mit einer Millionenauflage. 2014 folgte ebenso Aufsehen erregend Exodus bei Penguin. 2017 ist ihr neues Buch Überbitten im Secession Verlag erschienen. Heute lebt die Autorin als Schriftstellerin mit ihrem Sohn in Berlin.

Eine Veranstaltung der Königin-Luise-Schule und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Mathias Bothor)

 

MANAL AL-SHARIF – LOSFAHREN


Datum: Donnerstag, 5. Oktober um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Moderation: Antje Deistler
Deutscher Text: N.N.
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Manal al-Sharif ist eine der wichtigsten Vorkämpferinnen für Frauenrechte in der islamischen Welt. Ihre aufregende und offene Lebensgeschichte ist beides, ein Dokument der Unterdrückung und der Befreiung. Saudi-Arabien ist das letzte Land, das Frauen noch das Autofahren verbietet. Ein Gesetz gibt es nicht, nicht einmal eine religiöse Begründung. Es ist eine Frage der Macht in einer Gesellschaft, in der Frauen weitgehend rechtlos sind und für alle wichtigen Lebensentscheidungen einen männlichen Vormund brauchen, gleichgültig, ob es der Ehemann, der Vater oder der kleine Bruder ist.
Manal al-Sharif hat dieses Vormundschaftssystem und damit die Männer herausgefordert: Die Computerexpertin war es leid, ihren Bruder fragen zu müssen, wenn sie in ihrem eigenen Wagen zu einem Geschäftstermin gefahren werden wollte. Sie setzte sich selbst ans Steuer, ließ sich dabei filmen und stellte dieses Dokument des zivilen Ungehorsams ins Internet. Neun Tage saß sie dafür im Gefängnis. Und es wären wahrscheinlich viele mehr gewesen, wenn nicht ein weltweiter Proteststurm sie befreit hätte.
Losfahren erzählt aus erster Hand von diesem Aufstand im Auto, mit dem Manal al-Sharif eine Frauenbewegung in Gang setzte, die den Gralshütern des Patriarchats im Königreich immer mehr zu schaffen macht. Aber Losfahren ist viel mehr als das. Selten gab ein Buch so tiefe Einblicke in den streng geregelten Alltag einer saudischen Familie. Offen und eindringlich schildert Manal al-Sharif ihre Kindheit und Jugend, in der sie auf dem Weg war, eine vom Salasfismus beeinflusste radikale Muslima zu werden, die das Elternhaus von »unreiner« Musik säuberte und sogar die Musik-Kassetten ihres Bruders im Ofen einschmolz. Die Helden dieser Generation waren die islamistischen Extremisten wie Osama bin-Laden, die Vorläufergeneration des heutigen Terrors, die den nach ihrem Verständnis zu liberalen Staat auf ihre Weise herausforderten.
Am eigenen Leib erlebt Manal al-Sharif die Widersprüchlichkeit des in wenigen Jahrzehnten zu immensem Reichtum gelangten Landes. Trotz bester Schulnoten wurde sie zu Hause immer wieder verprügelt, sie wurde als kleines Mädchen beschnitten, sie musste um ihren Platz an der Uni kämpfen, wo sie getrennt von männlichen Kommilitonen unterrichtet wurde, und als sie bei der staatlichen Ölfirma Aramco gemeinsam mit Männern in einem Büro arbeitete, wurde sie als Flittchen beschimpft.
Nach ihrem öffentlichen Protest gegen die Unterdrückung von Frauen musste Manal al-Sharif ihre Stelle wegen endloser Anfeindungen aufgeben und ins benachbarte Dubai auswandern. Mit ihrem fortgesetzten Engagement für Menschenrechte will sie den Frauen ihres Heimatlandes Mut machen, für ihre Selbstbestimmung zu kämpfen: „Ich glaube, dass Kinder nicht frei sein können, wenn ihre Mütter nicht frei sind, Eltern können nicht frei sein, wenn ihre Töchter es nicht sind, Ehemänner können nicht frei sein, wenn ihre Ehefrauen es nicht sind, die Gesellschaft ist nichts wert, wenn Frauen nichts wert sind. Wir kämpfen nicht darum, Auto zu fahren, wir kämpfen darum, unser Schicksal in die Hand nehmen zu können.“

Manal al-Sharif ist IT-Sicherheitsexpertin aus Saudi-Arabien und Gründerin von »women2drive«. 2011 wurde sie verhaftet, weil sie einen Film ins Internet gestellt hatte, der ihren Verstoß gegen das Fahrverbot für Frauen zeigte. Für ihr Engagement für Frauenrechte erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Václav Havel Prize. Das Time Magazine zählte sie zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Seit Frühjahr 2017 lebt sie mit ihrer Familie in Sydney.

Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Maha Nasra Eddé)

 

DEON MEYER – FEVER


Datum: Samstag, 7. Oktober um 20 Uhr
Ort: Sancta-Clara-Keller (Am Römerturm 3, 50667 Köln)
Moderation: Reinhard Rohn
Deutscher Text: Ronald Kukulies
Eintritt: VVK 14 €, Abendkasse 16 € (Achtung: Kartenvorverkauf nur über kölnticket!)

95 Prozent der Menschheit sind einer Fieber-Epidemie zum Opfer gefallen. Auf der Suche nach einem Zufluchtsort reist Nicolas Storm mit seinem Vater Willem durch ein Südafrika, das aus den Fugen geraten ist: Gesetzlosigkeit herrscht, schwer bewaffnete Gangs und wilde Tiere bedrohen die Menschen. In einer Siedlung müssen sich Vater und Sohn gemeinsam mit ihren verschiedenartigen Mitbewohnern die Gesetze des Zusammenlebens neu erarbeiten. Nicolas verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die die Stadt je gesehen hat, und es scheint aufwärtszugehen – bis Willem ermordet wird.

Deon Meyer, Jahrgang 1958, ist Südafrikas bester und erfolgreichster Thrillerautor. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Roman. Er lebt in Stellenbosch, in der Nähe von Kapstadt. Seine Romane erscheinen in mehr als fünfundzwanzig Ländern. Seine Bücher erscheinen in mehr als 25 Ländern und liefern differenzierte Einblicke in die südafrikanische Gesellschaft.
Eine Veranstaltung der Crime Cologne und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto Meyer: Brenda Feldtman, NB publishers, Autorenfoto Lohmeyer: Lola Klamroth)

 

ARIEL LEVY – GEGEN ALLE REGELN



Datum: Montag, 20. November
Ort: N.N.
Moderation: Antje Deistler
Eintritt frei. Um Anmeldung unter info@amerikahaus-nrw.de wird gebeten.
Eine Veranstaltung auf Englisch und Deutsch

Die erfolgreiche New Yorker Journalistin Ariel Levy hat eine aufregende Affäre, eine liebevolle Ehepartnerin und den Wunsch nach einem Kind. Emanzipiert lebt sie nach ihren eigenen Regeln. Doch als sie das Baby verliert, bricht alles auseinander. Im fünften Monat schwanger reist Ariel Levy nach Ulan Bator in die Mongolei, um für eine ihrer Reportagen zu recherchieren. Kurz nach der Ankunft hat sie starke Schmerzen im Unterleib und gebärt allein ihr Baby auf dem Badezimmerboden des Hotelzimmers. Für wenige kostbare Minuten lebt ihr Sohn. Traumatisiert und taub vor Schmerz tritt sie einige Tage später die Heimreise an. Ein Anknüpfen an ihr altes Leben ist nicht möglich, denn sie scheint ihrer Identität beraubt: Ihr Körper schreit förmlich nach seiner Mutterrolle und verhindert eine Rückkehr in ein vertrautes Frauendasein. Ariels Ehepartnerin Lucy hat sich zu diesem Zeitpunkt in den Alkohol und aus der Beziehung geflüchtet. So zersplittert das selbstdefinierte Leben der 37-Jährigen. Allem beraubt, bleibt ihr nur noch die Liebe zur Sprache.

Ariel Levy wurde 1974 in Larchmont, New York geboren und arbeitet seit vielen Jahren als preisgekrönte Journalistin für das renommierte Kulturmagazin The New Yorker. Ihre Reportage Thanksgiving in Mongolia wurde mit dem National Magazine Award for Essays and Criticism ausgezeichnet. Diese persönliche Geschichte diente als Grundlage für das vorliegende Buch, das international für Aufsehen sorgte.

Eine Veranstaltung des Amerika Haus e.V. NRW und des U.S. Consulate General Düsseldorf.

(© Autoren-Foto: David Klagsbrun)

 

PAOLO COGNETTI – ACHT BERGE


Datum: Mittwoch, 22. November um 19.30 Uhr

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben? Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.

Paolo Cognetti,
1978 in Mailand geboren, verbringt die Sommermonate am liebsten in seiner Hütte im Aostatal auf 2000 Metern Höhe. Er hat Mathematik studiert, einen Abschluss an der Filmhochschule gemacht und Dokumentarfilme produziert, bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte. Auf Italienisch sind von ihm schon Erzählbände und zwei Romane veröffentlicht worden. Acht Berge war ein Bestseller in Italien; er erhielt den renommiertesten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, und erscheint in über dreißig Ländern.

(© Autoren-Foto: Roberta Roberto)

 

COLSON WHITEHEAD – UNGERGROUND RAILROAD



Datum: Mittwoch, 29. November

Ort:
Fritz Thyssen Stiftung, Amélie Thyssen Auditorium, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln
Moderation: Prof. Dr. Sabine Sielke
Deutscher Text: N.N.
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Das Buch, über das ganz Amerika spricht: eine furiose Geschichte, die ein helles Licht auf eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte wirft. Colson Whitehead erzählt die Odyssee einer Sklavin durch das Land der vermeintlichen Freiheit.
Cora ist nur eine der unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Caesar, ein Leidensgenosse, erzählt Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangen sie in den Untergrund, und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Stationsvorstehern begegnen. Jeder Staat, den sie durchqueren, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet hinter der letzten Grenze wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman verbindet auf einzigartige Weise Realismus und Phantastik. Und er ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper’s und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur „Genius“ Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloß von New York (2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011) und Zone One (Roman, 2014). Der Autor lebt in Brooklyn.

Eine Veranstaltung des Amerika Haus e.V. NRW, des U.S. Consulate General Düsseldorf und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Erin Patrice o’Brien)

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