VERANSTALTUNGEN

Die PLURIVERSALE geht in ihre fünfte Saison. In Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Performances präsentiert die Akademie der Künste der Welt ein sorgfältig kuratiertes Programm mit internationalen Künstlern rund um die Themen Flucht, Migration und Gewalt.
www.academycologne.org

ZUR KRISE DES KAPITALISMUS PROF. DR. PHIL. JOSEPH VOGL IM GESPRÄCH MIT PROF. DR. RITA CASALE UND PROF. DR. REINHARD PFRIEM


Datum: Freitag, 24. März um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Moderation: Prof. Dr. Smail Rapic
Eintritt: 10,-€ / 8,-€

Der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl leistet mit seinen letzten Werken Das Gespenst des Kapitals (2010) und Der Souveränitätseffekt (2015) einen wichtigen Beitrag zur Renaissance der Kritik der politischen Ökonomie. Seine Kapitalismus-Kritik knüpft an eine poststrukturalistische Analyse der Moderne an und zielt auf die Demaskierung der liberalen Legende ab, dass Politik und Ökonomie, Markt und Staat getrennt seien.
Die gegenwärtige Krise der Demokratie ist für Vogl nicht primär als das Ergebnis einer neoliberalen Ökonomisierung des Politischen im 21. Jahrhundert zu betrachten. Sie entsteht eher aus der immanenten Entwicklung einer Ökonomisierung des Regierens, die seit dem 17. Jahrhundert in der Logik eines liberal legitimierten Kapitalismus in nuce enthalten ist.
Joseph Vogls Rekonstruktion dessen, was den heutigen Kapitalismus ausmacht, belegt die Notwendigkeit eines kulturhistorischen Zugangs, zu dem der Mainstream der heutigen Ökonomik weder willens noch fähig ist.

Joseph Vogl ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität in Berlin und Visiting Professor an der Princeton University.
Seit der Veröffentlichung seines Buches Das Gespenst des Kapitals (2010) gehört er zu den renommiertesten deutschen Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlern.

Rita Casale ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft/Bildungstheorie an der Universität Wuppertal. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die poststrukturalistische Philosophie, die feministische Theorie sowie die Geschichte des pädagogischen und politischen Denken in der Moderne.

Reinhard Pfriem ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung und betriebliche Umweltpolitik an der Universität Oldenburg.
Einer, der nicht auszog, Betriebswirt zu werden, fragt nach den Bedingungen der Möglichkeiten, doch noch einer Kehre den Weg zu bereiten, weswegen er Unternehmenstheoretiker geworden ist.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Bittner, der Stadtbibliothek Köln und der Bergischen Universität Wuppertal.
 

DUNKELGOLD – ROLLY & BENJAMIN BRINGS SINGEN ITZIK MANGER AUF HOCHDEUTSCH
IM RAHMEN DER AKTIONSWOCHE „BÜCHER BAUEN BRÜCKEN“ DES BÖRSENVEREINS DES DEUTSCHEN BUCHHANDELS



Datum: Dienstag, 23. Mai um 20 Uhr
Ort: Buchhandlung
Eintritt: 10,-€

Itzik Manger (1901 bis 1969), der »Prinz der jiddischen Ballade«, wurde 1901 in Czernowitz geboren. Er starb 1969 in Gedera (Israel). Die Welt dieses fahrenden Sängers, dieses genialen und trinkfreudigen »Troubadours«, wie er sich nannte, war das jüdische Osteuropa mit seinen rumänischen, galizischen, polnischen oder baltischen Landschaften und der jiddischen Kultur. Von 1928 bis 1938 lebte Manger in Warschau, der Metropole dieser Kultur. Es waren seine produktivsten Jahre. Durch die Vernichtung der osteuropäischen Juden gingen diese Welt und ihre Sprache unwiederbringlich verloren. Der Dichter überlebte im Exil in England, den USA und Israel.

Itzik Mangers Lieder und Balladen vereinigen romantische und symbolistische Traditionen mit denen der jiddischen Folklore, Heimat- wird mit Weltdichtung verbunden. Es ist ein Vergnügen, einen der wohl bedeutendsten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken.

Rolly Brings, geboren 1943, ist Poet, Musiker und Ikone der kölschen Liedermacher.
Sein Sohn Benjamin Brings spielt in verschiedenen Formationen Bass und Gitarre, schreibt selber Liedtexte, komponiert und singt.

(© Autoren-Fotos: Privat)

 

TOM SCHULZ – DIE VERLEGUNG DER STOLPERSTEINE


Datum: Dienstag, 20. Juni um 19.30 Uhr
Ort: Buchhandlung
Moderation: Prof. Dr. Christof Hamann
Eintritt: 5,-€

In seinen neuen Gedichten betreibt Tom Schulz poetische Gedächtnisbildung. Er steigt hinab in die „Keller, wo die Geweihe hängen“, steigt bis hinauf in die Kronen der Kirschbäume und setzt in jeder Schicht Erinnerungsmarken. Dabei beansprucht er das Phantomgedächtnis der Überlieferung, überblendet die eigene Erinnerung an die Kindheit in der DDR mit Szenen des brennenden Dresden und der Gegenwart der Pegida-Aufmärsche. Wohin uns diese Gedichte auch führen, nach Litauen, nach Mexiko oder zu den Kühen vorm Atomkraftwerk – Tom Schulz zeigt, dass das Stolpern, das Innehalten Bedingung ist für eine empathische Wahrnehmung der Welt, Bedingung für ihre Verbesserung.

Tom Schulz, 1970 in der Oberlausitz geboren, lebt als freier Autor, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben in Berlin. 2015 erschien bei Hanser Berlin sein Gedichtband Lichtveränderung. Für seine Gedichte erhielt er zahlreiche Preise und Stipendien u.a. den Kunstpreis Literatur der Lotto-Stiftung Brandenburg 2013, den Alfred-Gruber-Preis 2014 und zuletzt den Liechtenstein-Preis für Lyrik 2016.

Eine Veranstaltung des Instituts für Deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Hans Praefke)

 

ONLINE-SHOPVERANSTALTUNGEN BUCHTIPPS ANTIQUARIAT ÜBER UNS
FABIAN HEINISCH web design | München