VERANSTALTUNGEN

Die PLURIVERSALE geht in ihre fünfte Saison. In Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Performances präsentiert die Akademie der Künste der Welt ein sorgfältig kuratiertes Programm mit internationalen Künstlern rund um die Themen Flucht, Migration und Gewalt.
www.academycologne.org

ZUR KRISE DES KAPITALISMUS
GIBT ES EINEN SOZIALVERTRÄGLICHEN KAPITALISMUS?
COLIN CROUCH IM GESPRÄCH MIT WOLFGANG STREECK


Datum: Montag, 19. März um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Moderation: Smail Rapic
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Im Westen herrschte Jahrzehnte lang die Überzeugung, dass Demokratie und Marktwirtschaft zusammengehören. Nach dem Ende des sogenannten „real existierenden Sozialismus“ in Osteuropa schien dem westlichen System die Zukunft zu gehören. Die 2008 aus-gebrochene Weltfinanzkrise, deren Folgen bis heute andauern, erschütterte jedoch das Vertrauen auf die nachhaltige Prosperität des globalisierten Marktes. Die Rechtspopulisten in Europa und den USA verdanken ihre Wahlerfolge dem Versprechen, den Leidtragen-den der kapitalistischen Globalisierung in ihren Ländern zu neuem Wohlstand zu verhelfen. Gleichzeitig mehren sich Bestrebungen, wirtschafts- und verteilungspolitische Probleme an technokratische Institutionen und internationale Organisationen auszulagern, die gegenüber demokratischen Wahlen und egalitären Umverteilungsforderungen immun sind.
Lässt sich der globalisierte Kapitalismus auf demokratischem Weg zähmen? Oder sind seine sozialen Verwerfungen zur essentiellen Bedrohung der Demokratie geworden? Hierüber diskutieren zwei international führende Experten, deren Krisendiagnose in vielen Punkten übereinstimmt, die aber unterschiedliche Zukunftsszenarien entwerfen.

Colin Crouch ist emeritierter Professor für Governance and Public Management an der Universität Warwick. Seine Bücher Postdemokratie (2008) und Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus (2011) sind Klassiker der Zeitdiagnose.

Wolfgang Streeck ist emeritierter Professor für Soziologie und war bis 2014 Direktor am Max Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seine Bücher Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus (2013) und How will Capitalism End? Essays on a Failing System (2016) wurden internationale Bestseller.

Smail Rapic ist Professor für Philosophie an der Universität Wuppertal.

Eine Veranstaltung der Bergischen Universität Wuppertal, der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Fotos: Jürgen Bauer)

 

ÉRIC VUILLARD – DIE TAGESORDNUNG


Datum: Dienstag, 24. April um 19.30 Uhr
Ort: Institut français, Sachsenring 77, 50677 Köln
Moderation: Nicola Denis
Deutscher Text: N.N.
Eintritt: 10,-€ / 8,-€

Eine Veranstaltung auf Französisch und Deutsch

20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten: Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz – kaum ein Name von Rang und Würden fehlt an den glamourösen runden Tischen der Vermählung von Geld und Politik. So beginnt der Lauf einer Geschichte, die Vuillard fünf Jahre später in die Annexion Österreichs münden lässt. Bild- und wortgewaltig führt er den Leser in die Hinterzimmer der Macht, wo in erschreckender Beiläufigkeit Geschichte geschrieben wird. Dabei erzählt er eine andere Geschichte als die uns bekannte, er zeigt den Panzerstau an der deutschen Grenze zu Österreich, er entlarvt Schuschniggs kleinliches Festhalten an der Macht, Hitlers abgründige Unberechenbarkeit und Chamberlains gleichgültige Schwäche. Mit der ihm eigenen virtuosen Eindringlichkeit und satirischem Biss seziert Vuillard die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: Die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern. In Die Tagesordnung zerlegt Éric Vuillard diese Bilder und fügt sie virtuos neu zusammen: Ein notwendiges Buch, das eine überfällige Geschichte erzählt und damit den wichtigsten französischen Literaturpreis erhielt.

Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er große Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u. a. mit dem Prix de l’Inaperçu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für Die Tagesordnung den renommierten Prix Goncourt. Bei Matthes & Seitz Berlin erschienen bisher Ballade vom Abendland (2014), Kongo (2015) und Traurigkeit der Erde (2017) in der Übersetzung von Nicola Denis.

Eine Veranstaltung des Institut français Köln und der Buchhandlung Bittner.
 

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