VERANSTALTUNGEN

Michael Ondaatje

Vorfreude!
Am Montag, den 17. September 2018 gibt es ein Wiedersehen mit Michael Ondaatje.
Weitere Informationen finden Sie bald hier.
(© Autoren-Fotos: Rolex & Bart Michiels)

 

ZUR KRISE DES KAPITALISMUS
GIBT ES EINEN SOZIALVERTRÄGLICHEN KAPITALISMUS?
COLIN CROUCH IM GESPRÄCH MIT WOLFGANG STREECK


Datum: Montag, 19. März um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Moderation: Smail Rapic
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Im Westen herrschte Jahrzehnte lang die Überzeugung, dass Demokratie und Marktwirtschaft zusammengehören. Nach dem Ende des sogenannten „real existierenden Sozialismus“ in Osteuropa schien dem westlichen System die Zukunft zu gehören. Die 2008 aus-gebrochene Weltfinanzkrise, deren Folgen bis heute andauern, erschütterte jedoch das Vertrauen auf die nachhaltige Prosperität des globalisierten Marktes. Die Rechtspopulisten in Europa und den USA verdanken ihre Wahlerfolge dem Versprechen, den Leidtragen-den der kapitalistischen Globalisierung in ihren Ländern zu neuem Wohlstand zu verhelfen. Gleichzeitig mehren sich Bestrebungen, wirtschafts- und verteilungspolitische Probleme an technokratische Institutionen und internationale Organisationen auszulagern, die gegenüber demokratischen Wahlen und egalitären Umverteilungsforderungen immun sind.
Lässt sich der globalisierte Kapitalismus auf demokratischem Weg zähmen? Oder sind seine sozialen Verwerfungen zur essentiellen Bedrohung der Demokratie geworden? Hierüber diskutieren zwei international führende Experten, deren Krisendiagnose in vielen Punkten übereinstimmt, die aber unterschiedliche Zukunftsszenarien entwerfen.

Colin Crouch ist emeritierter Professor für Governance and Public Management an der Universität Warwick. Seine Bücher Postdemokratie (2008) und Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus (2011) sind Klassiker der Zeitdiagnose.

Wolfgang Streeck ist emeritierter Professor für Soziologie und war bis 2014 Direktor am Max Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seine Bücher Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus (2013) und How will Capitalism End? Essays on a Failing System (2016) wurden internationale Bestseller.

Smail Rapic ist Professor für Philosophie an der Universität Wuppertal.

Eine Veranstaltung der Bergischen Universität Wuppertal, der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Fotos: Jürgen Bauer)

 

ÉRIC VUILLARD – DIE TAGESORDNUNG
PRIX GONCOURT 2017


Datum: Dienstag, 24. April um 19.30 Uhr
Ort: Institut français, Sachsenring 77, 50677 Köln
Moderation & Deutscher Text: Nicola Denis
Übersetzung: Stefan Barmann
Eintritt: 10,-€ / 8,-€

Eine Veranstaltung auf Französisch und Deutsch

20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten: Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz – kaum ein Name von Rang und Würden fehlt an den glamourösen runden Tischen der Vermählung von Geld und Politik. So beginnt der Lauf einer Geschichte, die Vuillard fünf Jahre später in die Annexion Österreichs münden lässt. Bild- und wortgewaltig führt er den Leser in die Hinterzimmer der Macht, wo in erschreckender Beiläufigkeit Geschichte geschrieben wird. Dabei erzählt er eine andere Geschichte als die uns bekannte, er zeigt den Panzerstau an der deutschen Grenze zu Österreich, er entlarvt Schuschniggs kleinliches Festhalten an der Macht, Hitlers abgründige Unberechenbarkeit und Chamberlains gleichgültige Schwäche. Mit der ihm eigenen virtuosen Eindringlichkeit und satirischem Biss seziert Vuillard die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: Die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern. In Die Tagesordnung zerlegt Éric Vuillard diese Bilder und fügt sie virtuos neu zusammen: Ein notwendiges Buch, das eine überfällige Geschichte erzählt und damit den wichtigsten französischen Literaturpreis erhielt.

Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er große Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u. a. mit dem Prix de l’Inaperçu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für Die Tagesordnung den renommierten Prix Goncourt. Bei Matthes & Seitz Berlin erschienen bisher Ballade vom Abendland (2014), Kongo (2015) und Traurigkeit der Erde (2017) in der Übersetzung von Nicola Denis.

Eine Veranstaltung des Institut français Köln und der Buchhandlung Bittner.
 

JENS BECKERT – IMAGINIERTE ZUKUNFT

Datum: Mittwoch, 9. Mai um 19 Uhr
Moderation: Gert Scobel
Ort: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Eintritt: 8,-€ / 6,-€ (Kartenvorverkauf nur über KölnTicket!)

Ist die Wirtschaft eine Fiktion? Im kapitalistischen Wirtschaftssystem richten Konsumenten, Investoren und Unternehmen ihr Handeln auf die Zukunft aus. Diese birgt Chancen und Risiken, ist aber vor allem eines: ungewiss. Wie gehen die Akteure damit um? Ökonomen beantworten diese Frage mit verschiedenen Theorien, die auf die Berechenbarkeit des Marktes setzen. Dadurch wird die
Nichtvorhersagbarkeit der Zukunft unterschätzt. Jens Beckert entwickelt einen neuen Blick auf die Dynamik des Kapitalismus. Im Mittelpunkt seiner Untersuchung stehen die fiktionalen Erwartungen der Akteure – Imaginationen darüber, was die Zukunft bringt. Er liefert eine umfassende Typologie dieser Erwartungen, untersucht ihre Funktionsweisen in Bereichen wie Geld, Innovation und Konsum und zeigt, wie mächtig sie sind. Fiktionale Erwartungen sind der Treibstoff der Ökonomie, können diese aber auch in tiefe Krisen stürzen, wenn sie als hohle Narrative entlarvt werden. Dann platzt die Blase.

Jens Beckert erhält 2018 den renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Professor für Soziologie
in Köln. Zuvor hat er u. a. in Göttingen, New York, Princeton, Paris und an der Harvard University gelehrt.

Gert Scobel ist vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist und verantwortlich für die Wissenschaftssendung „scobel“ (3sat). Seit 2016 ist er Professor für Interdisziplinarität und Philosophie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Eine Veranstaltung des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner. (© Autoren-Foto: Jürgen Bauer)

 

THOMAS MEINECKE – SCHREIBEN BEDEUTET, IM DAZWISCHEN ZU ARBEITEN


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ALBERTO MANGUEL – DIE VERBORGENE BIBLIOTHEK


Datum: Mittwoch, 16. Mai um 19.00 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Köln, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Moderation: Angela Spizig
Deutscher Text: Bernd Reheuser
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Eine Veranstaltung auf Englisch und Deutsch

Alberto Manguel, der vielleicht größte Leser unserer Zeit, erzählt in zehn unterhaltsamen und ebenso gelehrten Abschweifungen von der wunderbaren Komplizenschaft zwischen Leser und Buch und von seinen ganz persönlichen Leseeindrücken.
Ein Leben lang waren ihm seine Bücher Inspiration und Freunde. Jetzt ist er ohne sie, denn seine Bibliothek schlummert verpackt in Umzugskartons. Im Geiste stöbert er nun durch die Seiten der Weltliteratur und durch die Bibliotheken seines Lebens – die Stadtbüchereien seiner Kindheit, später seine eigenen Bibliotheken in Paris, London, Mailand, in der schwülen Hitze von Tahiti.
Alberto Manguel war der Vorleser des erblindenden Dichters Jorge Luis Borges und ist seit 2016 als Direktor der argentinischen Nationalbibliothek in Buenos Aires sein Nachfolger. Mit seiner Geschichte des Lesens begeisterte Manguel Millionen Leser auf der ganzen Welt.

Alberto Manguel, 1948 in Buenos Aires geboren, wuchs in Israel und Argentinien auf und ist kanadischer Staatsbürger. In mehreren Sprachen zu Hause, wirkte er u. a. in Buenos Aires, Paris, Mailand, London und Toronto als Verlagslektor, Literaturdozent und Übersetzer. Sein in alle Weltsprachen übersetztes Buch Eine Geschichte des Lesens wurde 1998 mit dem Prix Medicis ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Philippe Matsas/Opale/Leemage/laif)
 

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