VERANSTALTUNGEN

Die PLURIVERSALE geht in ihre fünfte Saison. In Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Performances präsentiert die Akademie der Künste der Welt ein sorgfältig kuratiertes Programm mit internationalen Künstlern rund um die Themen Flucht, Migration und Gewalt.
www.academycologne.org

MANAL AL-SHARIF – LOSFAHREN


Datum: Donnerstag, 5. Oktober um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Moderation: Antje Deistler
Deutscher Text: Marion Mainka
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Eine Veranstaltung auf Englisch und Deutsch

Manal al-Sharif ist eine der wichtigsten Vorkämpferinnen für Frauenrechte in der islamischen Welt. Ihre aufregende und offene Lebensgeschichte ist beides, ein Dokument der Unterdrückung und der Befreiung. Saudi-Arabien ist das letzte Land, das Frauen noch das Autofahren verbietet. Ein Gesetz gibt es nicht, nicht einmal eine religiöse Begründung. Es ist eine Frage der Macht in einer Gesellschaft, in der Frauen weitgehend rechtlos sind und für alle wichtigen Lebensentscheidungen einen männlichen Vormund brauchen, gleichgültig, ob es der Ehemann, der Vater oder der kleine Bruder ist.
Manal al-Sharif hat dieses Vormundschaftssystem und damit die Männer herausgefordert: Die Computerexpertin war es leid, ihren Bruder fragen zu müssen, wenn sie in ihrem eigenen Wagen zu einem Geschäftstermin gefahren werden wollte. Sie setzte sich selbst ans Steuer, ließ sich dabei filmen und stellte dieses Dokument des zivilen Ungehorsams ins Internet. Neun Tage saß sie dafür im Gefängnis. Und es wären wahrscheinlich viele mehr gewesen, wenn nicht ein weltweiter Proteststurm sie befreit hätte.
Losfahren erzählt aus erster Hand von diesem Aufstand im Auto, mit dem Manal al-Sharif eine Frauenbewegung in Gang setzte, die den Gralshütern des Patriarchats im Königreich immer mehr zu schaffen macht. Aber Losfahren ist viel mehr als das. Selten gab ein Buch so tiefe Einblicke in den streng geregelten Alltag einer saudischen Familie. Offen und eindringlich schildert Manal al-Sharif ihre Kindheit und Jugend, in der sie auf dem Weg war, eine vom Salasfismus beeinflusste radikale Muslima zu werden, die das Elternhaus von »unreiner« Musik säuberte und sogar die Musik-Kassetten ihres Bruders im Ofen einschmolz. Die Helden dieser Generation waren die islamistischen Extremisten wie Osama bin-Laden, die Vorläufergeneration des heutigen Terrors, die den nach ihrem Verständnis zu liberalen Staat auf ihre Weise herausforderten.
Am eigenen Leib erlebt Manal al-Sharif die Widersprüchlichkeit des in wenigen Jahrzehnten zu immensem Reichtum gelangten Landes. Trotz bester Schulnoten wurde sie zu Hause immer wieder verprügelt, sie wurde als kleines Mädchen beschnitten, sie musste um ihren Platz an der Uni kämpfen, wo sie getrennt von männlichen Kommilitonen unterrichtet wurde, und als sie bei der staatlichen Ölfirma Aramco gemeinsam mit Männern in einem Büro arbeitete, wurde sie als Flittchen beschimpft.
Nach ihrem öffentlichen Protest gegen die Unterdrückung von Frauen musste Manal al-Sharif ihre Stelle wegen endloser Anfeindungen aufgeben und ins benachbarte Dubai auswandern. Mit ihrem fortgesetzten Engagement für Menschenrechte will sie den Frauen ihres Heimatlandes Mut machen, für ihre Selbstbestimmung zu kämpfen: „Ich glaube, dass Kinder nicht frei sein können, wenn ihre Mütter nicht frei sind, Eltern können nicht frei sein, wenn ihre Töchter es nicht sind, Ehemänner können nicht frei sein, wenn ihre Ehefrauen es nicht sind, die Gesellschaft ist nichts wert, wenn Frauen nichts wert sind. Wir kämpfen nicht darum, Auto zu fahren, wir kämpfen darum, unser Schicksal in die Hand nehmen zu können.“

Manal al-Sharif ist IT-Sicherheitsexpertin aus Saudi-Arabien und Gründerin von »women2drive«. 2011 wurde sie verhaftet, weil sie einen Film ins Internet gestellt hatte, der ihren Verstoß gegen das Fahrverbot für Frauen zeigte. Für ihr Engagement für Frauenrechte erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Václav Havel Prize. Das Time Magazine zählte sie zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Seit Frühjahr 2017 lebt sie mit ihrer Familie in Sydney.

Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Maha Nasra Eddé)

 

DEON MEYER – FEVER


Datum: Samstag, 7. Oktober um 20 Uhr
Ort: Sancta-Clara-Keller (Am Römerturm 3, 50667 Köln)
Moderation: Reinhard Rohn
Deutscher Text: Ronald Kukulies
Eintritt: VVK 14 €, Abendkasse 16 € (Achtung: Kartenvorverkauf nur über kölnticket!)

95 Prozent der Menschheit sind einer Fieber-Epidemie zum Opfer gefallen. Auf der Suche nach einem Zufluchtsort reist Nicolas Storm mit seinem Vater Willem durch ein Südafrika, das aus den Fugen geraten ist: Gesetzlosigkeit herrscht, schwer bewaffnete Gangs und wilde Tiere bedrohen die Menschen. In einer Siedlung müssen sich Vater und Sohn gemeinsam mit ihren verschiedenartigen Mitbewohnern die Gesetze des Zusammenlebens neu erarbeiten. Nicolas verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die die Stadt je gesehen hat, und es scheint aufwärtszugehen – bis Willem ermordet wird.

Deon Meyer, Jahrgang 1958, ist Südafrikas bester und erfolgreichster Thrillerautor. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Roman. Er lebt in Stellenbosch, in der Nähe von Kapstadt. Seine Romane erscheinen in mehr als fünfundzwanzig Ländern. Seine Bücher erscheinen in mehr als 25 Ländern und liefern differenzierte Einblicke in die südafrikanische Gesellschaft.
Eine Veranstaltung der Crime Cologne und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto Meyer: Brenda Feldtman, NB publishers, Autorenfoto Lohmeyer: Lola Klamroth)

 

EMMANUELLE BAYAMACK-TAM – ICH KOMME!


Datum: Montag, 9. Oktober um 19.30 Uhr
Ort: Buchhandlung Bittner
Moderation: Stefan Barmann
Deutscher Text: Christian Ruzicska
Eintritt: 10,-€ / 8,-€
Eine Veranstaltung auf Französisch und Deutsch

Dieses Buch liest sich wie eine zeitgenössische Komödie: Es ist zum Lachen, es geht an Grenzen, überschreitet sie und zeichnet dabei ein bitterböses Bild der Welt von heute. Emmanuelle Bayamack-Tam sucht sich Themen, die wehtun: Rassismus, der das Leben zur Hölle macht; das Alter, das in unserer Gesellschaft einem Schiffbruch gleicht; oder die Familie, die zum Hassobjekt wird. Ich komme ist ein Fetisch-Roman: Menschen sind besessen von Objekten, die sie ganz nach Stimmungslage kaufen, sammeln, benutzen und wieder verwerfen. Ein adoptiertes Kind kann man doch wohl zurückgeben, wenn es keinen Spaß mehr macht. Dieser Roman erinnert an Charles Dickens’ Bleak House, in dem er das dekadente Leben der Oberschicht schildert, deren selbstvergessene Existenzweise von nichts mehr geprägt ist als von materiellen Sorgen.
Die Wohlhabenden reproduzieren ihren Wohlstand auf dem Rücken der Bedürftigen, Liebe wird nicht mehr geliebt, und die Kinder sind weniger kindisch als ihre Eltern. Diese Spielregeln erschaffen eine Welt, die nur noch als Missverständnis funktioniert. Kann es aktueller zugehen als in einer solchen Komödie? Drei große Erzählungen bilden das innere Gerüst dieses unbehausten Zuhauses: Tochter, Mutter und Großmutter liefern uns drei Versionen der unbequemen Wirklichkeit: Nelly, die älteste, zieht ihr Resümee und findet nur Bedauern; Gladys, die Mutter, will sich für ihre Lebensunfähigkeit rechtfertigen, was in einen wutentbrannten rhetorischen Rachefeldzug mündet; und schließlich Charonne, erst von den Eltern, dann von den Adoptiveltern aufgegeben, ihrer Hautfarbe wegen als »schwarz« wahrgenommen und zudem noch übergewichtig. Sie ist die einsamste unter den Ausgestoßenen, doch gerade sie strahlt eine unerschöpfliche Energie aus. In ihrem scharfsinnigen Sittenbild macht Emmanuelle Bayamack-Tam diese Tochter zur Heldin mit der Kraft, eine Welt zu entwerfen, in die das Leben wieder einzieht. Wie eine provokative Prophezeiung ruft sie aus: Ich komme!

Emmanuelle Bayamack-Tam (geb. 1966 in Marseille) lebt in Paris und arbeitet als Lehrerin in Seine-St-Denis. Sie ist Mitbegründerin Zeitschrift Autres & Pareils für zeitgenössische Kunst und Literatur und leitete die éditions Contre-Pied seit ihrer Gründung mit J.-M. Gleize und O. Domerg.

(© Autoren-Foto: H. Bamberger)

 

A. L. KENNDEDY – LEISES SCHLÄNGELN


Datum: Mittwoch, 8. November um 19.30 Uhr
Ort: Buchhandlung Bittner
Moderation: Dr. Hans-Gerd Koch
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Eine Veranstaltung auf Englisch und Deutsch

A.L. Kennedy hat die Schlange aus Antoine de Saint-Exupérys Der Kleine Prinz entführt und in ihre eigene Geschichte gesetzt. Wer ist dieses Wesen, das doch mit dem Tod ein Bündnis hat? Erzählt wird amüsant und poetisch die Freundschaft des Mädchens Mary zur Schlange Lamno, die Mary eines Tages in ihrem winzigen Garten aufspürt und ein Leben lang mit ihr verbunden ist. Die Erzählung spielt zu keiner friedlichen Zeit, die Menschen hungern und versuchen, an einen anderen, besseren Ort zu reisen. Die Schlange Lamno begleitet Mary durch diese oft traurige Zeit, heitert sie auf und entdeckt in sich dieses seltsame Gefühl, das sich Liebe nennt. Lamno ist häufig unterwegs, die Schlange hat viel zu tun. Doch sie kommt Mary oft besuchen, denn „Sie wäre noch viel beschäftigter gewesen, wenn die Menschen ihr nicht bei der Arbeit geholfen hätten. Wenn die Nacht sich über die Krümmung der Erde wälzte, über das Land, das sie gerade besuchte, konnte die Schlange sich gelegentlich ausruhen, sich zusammenrollen und die schlaue Zunge in den Wind strecken, um festzustellen, wie viele, viele Male die Menschen eines jeden verdunkelten Landes an ihrer Stelle ihre Arbeit taten. Oft ersparten sie ihr die Mühe, diesen oder jenen Menschen zu besuchen und ihre elfenbeinweißen Nadelzähne zu zeigen und ihre wunderschöne Stimme hören zu lassen und in ihre ehrlichen roten Augen zu schauen.“

A.L. Kennedy, 1965 im schottischen Dundee geboren, wurde bereits mit ihrem ersten Roman Einladung zum Tanz (2001) berühmt und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen englischen Autorinnen. Sie wurde mit zahlreichen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 2016 den Heine-Preis. Kennedy lebt in London und unterrichtet kreatives Schreiben an der University of Warwick.

(© Autoren-Foto: hey_donnalisa)

ARIEL LEVY – GEGEN ALLE REGELN



Datum: Montag, 20. November um 19.00 Uhr
Ort: Literaturhaus Köln
Moderation: Antje Deistler
Eintritt frei. Um Anmeldung unter info@amerikahaus-nrw.de wird gebeten.
Eine Veranstaltung auf Englisch und Deutsch

Die erfolgreiche New Yorker Journalistin Ariel Levy hat eine aufregende Affäre, eine liebevolle Ehepartnerin und den Wunsch nach einem Kind. Emanzipiert lebt sie nach ihren eigenen Regeln. Doch als sie das Baby verliert, bricht alles auseinander. Im fünften Monat schwanger reist Ariel Levy nach Ulan Bator in die Mongolei, um für eine ihrer Reportagen zu recherchieren. Kurz nach der Ankunft hat sie starke Schmerzen im Unterleib und gebärt allein ihr Baby auf dem Badezimmerboden des Hotelzimmers. Für wenige kostbare Minuten lebt ihr Sohn. Traumatisiert und taub vor Schmerz tritt sie einige Tage später die Heimreise an. Ein Anknüpfen an ihr altes Leben ist nicht möglich, denn sie scheint ihrer Identität beraubt: Ihr Körper schreit förmlich nach seiner Mutterrolle und verhindert eine Rückkehr in ein vertrautes Frauendasein. Ariels Ehepartnerin Lucy hat sich zu diesem Zeitpunkt in den Alkohol und aus der Beziehung geflüchtet. So zersplittert das selbstdefinierte Leben der 37-Jährigen. Allem beraubt, bleibt ihr nur noch die Liebe zur Sprache.

Ariel Levy wurde 1974 in Larchmont, New York geboren und arbeitet seit vielen Jahren als preisgekrönte Journalistin für das renommierte Kulturmagazin The New Yorker. Ihre Reportage Thanksgiving in Mongolia wurde mit dem National Magazine Award for Essays and Criticism ausgezeichnet. Diese persönliche Geschichte diente als Grundlage für das vorliegende Buch, das international für Aufsehen sorgte.

Eine Veranstaltung des Amerika Haus e.V. NRW und des U.S. Consulate General Düsseldorf.

(© Autoren-Foto: David Klagsbrun)

 

WOLF SINGER/MATTHIEU RICARD – JENSEITS DES SELBST. DIALOGE ZWISCHEN EINEM HIRNFORSCHER UND EINEM BUDDHISTISCHEN MÖNCH
GERT SCOBEL IM GESPRÄCH MIT WOLF SINGER


Datum: 21. November um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Eintritt: 8,-€ / 6,-€ (Karten im Vorverkauf über KölnTicket und an der Abendkasse erhältlich!)

Ist das, was wir wahrnehmen, die Wirklichkeit? Können wir unseren Geist trainieren und Achtsamkeit lernen? Ist Liebe steuerbar? Und wie können wir ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen, wenn Hirnstrukturen unsere Entscheidungen vorzeichnen? In diesem Buch treten Wolf Singer, einer der weltweit führenden Hirnforscher und streitbarer Bezweifler der Willensfreiheit, und Matthieu Ricard, Molekularbiologe, buddhistischer Mönch und Bestsellerautor, in einen Dialog über Kernfragen unserer Existenz – über Glück, Selbstkontrolle und die Macht von Gefühlen. Auf den ersten Blick sind Singers westliche Neurowissenschaft und die Meditationstechniken des Buddhismus denkbar gegensätzliche Positionen. Die Neugier und Offenheit der beiden Autoren für die Perspektive des anderen lassen jedoch unerwartete Verbindungen sichtbar werden. Wissenschaftlich fundiert und auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrungen denken sie darüber nach, was wir tun können, um gute und glückliche Menschen zu werden.

Wolf Singer ist Professor emeritus für Neurophysiologie und Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt a. M. Er ist Mitbegründer des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) sowie des Brain Imaging Centers (BIC) und des Ernst Strüngmann Instituts (ESI).
Gert Scobel ist vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist und verantwortlich für die Wissenschaftssendung scobel (3sat). Er ist Professor für Interdisziplinarität und Philosophie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

In der Reihe „wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“
Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Wolf Singer)

PAOLO COGNETTI – ACHT BERGE


Datum: Mittwoch, 22. November um 19.30 Uhr
Ort: Kölnischer Kunstverein, Die Brücke, Hahnenstraße 6, 50667 Köln
Moderation & Deutscher Text: Reinhold Joppich
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Eine Veranstaltung auf Italienisch und Deutsch

Wagemutig erkunden Pietro und Bruno als Kinder die verlassenen Häuser des Bergdorfs, streifen an endlosen Sommertagen durch schattige Täler, folgen dem Wildbach bis zu seiner Quelle. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus. Doch immer wieder kehrt Pietro in die Berge zurück, zu diesem Dasein in Stille, Ausdauer und Maßhalten. Er ringt mit Bruno um die Frage, welcher Weg der richtige ist. Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben? Was zählt wirklich im Leben? Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert Paolo Cognetti mit poetischer Kraft die lebenslange Suche zweier Freunde nach dem Glück. Eine eindringliche archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.

Paolo Cognetti, 1978 in Mailand geboren, verbringt die Sommermonate am liebsten in seiner Hütte im Aostatal auf 2000 Metern Höhe. Er hat Mathematik studiert, einen Abschluss an der Filmhochschule gemacht und Dokumentarfilme produziert, bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte. Auf Italienisch sind von ihm schon Erzählbände und zwei Romane veröffentlicht worden. Acht Berge war ein Bestseller in Italien; er erhielt den renommiertesten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, und erscheint in über dreißig Ländern.

(© Autoren-Foto: Roberta Roberto)

 

COLSON WHITEHEAD – UNGERGROUND RAILROAD



Datum: Mittwoch, 29. November
Ort: Fritz Thyssen Stiftung, Amélie Thyssen Auditorium, Apostelnkloster 13-15, 50672 Köln
Moderation: Prof. Dr. Sabine Sielke
Deutscher Text: Marion Mainka
Eintritt: 8,-€ / 6,-€

Das Buch, über das ganz Amerika spricht: eine furiose Geschichte, die ein helles Licht auf eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte wirft. Colson Whitehead erzählt die Odyssee einer Sklavin durch das Land der vermeintlichen Freiheit.
Cora ist nur eine der unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Caesar, ein Leidensgenosse, erzählt Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangen sie in den Untergrund, und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Stationsvorstehern begegnen. Jeder Staat, den sie durchqueren, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet hinter der letzten Grenze wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman verbindet auf einzigartige Weise Realismus und Phantastik. Und er ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper’s und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur „Genius“ Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloß von New York (2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011) und Zone One (Roman, 2014). Der Autor lebt in Brooklyn.

Eine Veranstaltung des Amerika Haus e.V. NRW, des U.S. Consulate General Düsseldorf und der Buchhandlung Bittner.

(© Autoren-Foto: Erin Patrice o’Brien)

SCOBEL & WINKELS – ORIENTIERUNG IM BÜCHERDSCHUNGEL

Datum: Dienstag, 5. Dezember um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Eintritt: 8,-€ / 6,-€ (Achtung: Kartenvorverkauf nur über kölnticket!)

Die Stadtbibliothek lädt zu einer weiteren Staffel von Scobel & Winkels ein. Kritische Buchvorstellungen sind beliebt und hoch geschätzt –  besonders wenn Sie von Kennern stammen, die sich in der Verlags- und Literaturszene hervorragend auskennen.
In gemütlicher Atmosphäre und bei einem Glas Wein darf sich das Publikum in der Weihnachtszeit auf interessante Gespräche über neue Bücher aus der Belletristik und dem Sachbuchsektor freuen. Außerdem steht erneut eine literarische Wiederentdeckung auf dem Programm, die ein Überraschungsgast präsentiert.

Gert Scobel ist vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist. Nach Stationen als Moderator der 3SAT-Sendung Kulturzeit und Anchorman des ARD-Morgenmagazins ist er seit 2008 verantwortlich für die 3SAT-Sendung scobel. Als Autor widmet er sich vor allem philosophischen Themen.

Hubert Winkels, ebenfalls Buchautor, promovierte über Deutsche Gegenwartsliteratur. Er ist Kulturredakteur beim Deutschlandfunk und Literaturkritiker bei der ZEIT. 2007 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.

Die Veranstaltung findet im Rahmen von „wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“ und in Kooperation mit der Buchhandlung Klaus Bittner statt.

(© Autoren-Foto: Stadtbibliothek Köln)
 

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