VERANSTALTUNGEN

Zum dritten Mal richtet das Internationale Kolleg Morphomata der Universität zu Köln gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung das Weltliteraturfestival Poetica aus. Kuratorin der Poetica III ist die Lyrikerin und Essayistin Monika Rinck. Sie hat namhafte Autorinnen und Autoren aus neun Ländern und vier Kontinenten für eine Woche nach Köln eingeladen, um sich gemeinsam dem Thema „Die Seele und ihre Sprachen“ zu widmen.
www.poetica.uni-koeln.de/poetica-3/

Die PLURIVERSALE geht in ihre fünfte Saison. In Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Performances präsentiert die Akademie der Künste der Welt ein sorgfältig kuratiertes Programm mit internationalen Künstlern rund um die Themen Flucht, Migration und Gewalt.
www.academycologne.org

DER VEREIN DIWAN DEUTSCH-IRANISCHE BEGEGNUNGEN E.V. ZU GAST IN DER BUCHHANDLUNG BITTNER
ABBAS MAROUFI – FEREYDUN HATTE DREI SÖHNE


Datum: Donnerstag, 19. Januar um 20 Uhr
Ort: Buchhandlung
Eintritt: 7,-€ / 5,-€ (Reservierung nur unter: info@diwan-verein.de)

„Sämtliche Ereignisse und Personen dieses Romans sind wahr und ihre Ähnlichkeit mit bekannten Ereignissen und Personen keineswegs zufällig.“
So verrät es der Autor gleich zu Beginn seines Buches. Wie unter einem Vergrößerungsglas verdichtet Maroufi das Geschehen zu einem geballten Porträt der iranischen Revolution 1979. Stellvertretend für andere erschütterte Familien porträtiert er die Amanis. Nicht nur gesellschaftliche und politische Gruppen stehen einander feindlich gegenüber. Auch die Söhne der Amanis politisieren sich gegen den Willen ihres Vaters und landen in verschiedenen Lagern: Kommunist Madjid flieht aus seiner Heimat und begegnet nun in einer Aachener Nervenheilanstalt seiner Vergangenheit. Assad schließt sich Revolutions Organisation an und besetzt innerhalb kürzester Zeit wichtige Ämter. Said wird Mitglied der Mudschaheddin. Und dem inhaftierten „Revolutionsfeind“ Iradsch droht die Hinrichtung. Der Vater, ein entschiedener Gegner der Revolution, hatte seine Söhne mehr als einmal gewarnt. Keinen Finger würde er rühren, sollten seine Kinder sich politisieren und zwischen die Fronten geraten. Wie weit diese Überzeugung reicht, hinterlässt den Leser sprachlos. Maroufis Stil ist prägnant, seine Erzählebenen gehen nahtlos ineinander über. Dass die Erzählebenen vor den Augen des Lesers verschwimmen, Zeit und Ort oft undefinierbar bleiben, macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Von einem Gefühl der völligen Orientierungslosigkeit erfasst, rasen die Zeilen nur so dahin. Wer atemlos und kopfschüttelnd durch diese Geschichte gestolpert ist, hat deshalb zwar nicht sofort verstanden, was es bedeutet, im Iran des Jahres 1979 zu leben.

Abbas Maroufi, 1957 in Teheran geboren, gründete die Zeitschrift Gardoon und war ihr Herausgeber, bis er wegen „Beleidigung der islamischen Grundwerte“ verurteilt wurde. Er konnte das Land verlassen und eröffnete in Berlin die Buchhandlung Hedayat. Er erhielt in 2002 das Arnold-Zweig-Stipendium des Landes Berlin. Auf Deutsch erschien u. a. Die Symphonie der Toten (1998), ausgezeichnet mit dem Siegfried-Unseld-Preis. Weitere Veröffentlichungen sind: Die dunkle Seite (1998) und Im Jahr des Aufruhrs – Geschichte einer Liebe (2005).

Deutsche Welle Interview mit A. Maroufi vom 13.12.2016:
>> Hier lesen. <<

Rezension des Romans von Maroufi in der „Züricher Neue Zeitung“ vom 6.12.2016
>> Hier lesen. <<

Eine Veranstaltung des DIWAN Deutsch-Iranische Begegnungen e.V. und der Buchhandlung Bittner.

(Autoren-Foto: © Sepehr Atefi)
 

JÜRGEN GOLDSTEIN STELLT GEORG FORSTERS „ANSICHTEN VOM NIEDERRHEIN“ VOR


Datum: Donnerstag, 2. Februar um 19 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Eintritt frei

Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten. Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat.

Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.

„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster

Jürgen Goldstein, geboren 1962, lehrt als Professor für Philosophie an der Universität Koblenz-Landau. Maßgeblich von Hans Blumenberg inspiriert, widmen sich seine Studien der Genese und dem Profil der Moderne. Seine Bücher befassen sich mit der Herausbildung der neuzeitlichen Subjektivität und Rationalität, der politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts und der Geschichte der Naturwahrnehmung. Für sein Buch Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt erhielt er 2015 den Gleim-Literaturpreis und 2016 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch / Essayistik.

Eine Veranstaltung des LiK-Archivs und der Buchhandlung Bittner.

(Autoren-Foto: © privat)
 

JOSEPH VOGL ZUR KRISE DES KAPITALISMUS


Datum: Freitag, 24. März um 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek am Neumarkt
Moderation: Reinhard Pfriem und Smail Rapic
Eintritt: 10,-€ / 8,-€

Joseph Vogl ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Mit Das Gespenst des Kapitals (2011) hat Joseph Vogl „einen heimlichen Bestseller geschrieben, der weit über die Feuilletons Aufsehen erregte“ (DER SPIEGEL).

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Bittner, der Stadtbibliothek Köln und der Bergischen Universität Wuppertal.
 

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